Mein Tag startet um 5 Uhr mit der „Ostthüringer Zeitung“, danach folgt das Morgenmagazin

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„Haben Sie schon gehört? Es gibt einen Konsens bei der Eichplatzbebauung!“ So fragte mich gestern mein Gesprächsgegenüber. „Ja, das habe ich bereits über die sozialen Medien mitbekommen und heute Hintergründiges darüber in der Zeitung gelesen.“

Als Morgenmensch genieße ich das Privileg entspannt in den Tag starten zu können. Noch vor der Priorisierung meiner ToDos für den Tag, einem Bibelwort sowie dem Memorieren meines Kalenders ist es mir wichtig über das, was in der Gesellschaft passiert, informiert zu sein.

Morgenstund hat Gold im Mund

Das altbekannte Sprichwort sagt aus, dass Frühaufsteher mehr schaffen als diejenigen, die später beginnen. Ich erlebe das so, da ich mir die „Puzzelstücke meiner ToDos“ nicht erst im Laufe des Vormittags (also: im Laufe der begonnenen, operativen Umsetzung) zusammen sammeln muss sondern diese am Morgen planen und danach planvoll abarbeiten kann. Das lässt mich ruhig durch den Tag arbeiten: bei allem Unvorhergesehenem und nicht Planbaren. Doch warum zuerst Zeitung und Morgenmagazin?

Gesellschaftliche Entwicklungen elektrisieren mich

Wie bereits in anderen Blogbeiträgen angedeutet, elektrisieren mich sowohl die lokalen wie auch die globalen, gesellschaftlichen Entwicklungen. Deshalb halte ich es auch für ein Privileg als Unternehmer in der Sozialwirtschaft, die gesellschaftliche Entwicklungen und deren Angebote mit gestalten zu dürfen. Dazu gehört für mich aber auch meine Antennen weit ausgefahren zu haben und mich zu interessieren. Deshalb ist für mich wichtig, neben einer vorausschauenden Planung meiner Tagesarbeit, auch eine gute Informationsbasis zu haben, mit der ich meinen Tag beginnen kann. Erst wenn Beides gegeben ist, kann ich beruhigt, informiert und vorbereitet in den Tag starten.

Kommunal und Global

Die globalen, gesellschaftlichen Entwicklungen kann ich durch mein Tun und Lassen nicht beeinflussen. Trotzdessen haben diese häufig Auswirkungen auf die kommunalen, gesellschaftlichen Entwicklungen. Die in 2015 zu uns gekommenen Flüchtlinge sind nur ein Beispiel dafür.

Deshalb ist es für mich persönlich, aber auch für meine Arbeit wichtig, dass ich über Beides informiert bin: über die globalen Entwicklungen, welche ich um 5.30 Uhr über das Medium des Morgenmagazins erfahre sowie über die lokalen Entwicklungen, über die ich mich via der Onlineausgabe der Tageszeitung OTZ informiere.

Geschwindigkeit und Hintergründiges

Unsere Medienlandschaft ist, ungefiltert konsumiert, an Reizüberflutung kaum zu überbieten. Dies habe ich vor kurzem erlebt, als in einer meiner Jugendhilfeeinrichtungen in Schmölln ein jugendlicher Flüchtling auf tragische Art und Weise Suizid beging. Bundesweit wollten die Medien von mir weniger die bekannten und offen gemachten Fakten hören (denn, die konnte ich nur gebetsmühlenartig wiederholen). Vielmehr wollten sie von mir einen O-Ton zu meiner persönlichen Interpretation und Einschätzung. Dem zu widerstehen war bei mehr als 120 Anrufen bundesweiter Medien innerhalb von zwei Tagen schwer. Ich muss also eingestehen, dass ich daran auch nicht vorbeikomme. Was nutzt es mir eine Nachricht morgens in der Zeitung zu lesen, wenn sie jetzt aktuell ist.

Deshalb habe ich für mich die Entscheidung getroffen, dass ich mir Schlagzeilen (z.B. über Newsticker oder soziale Medien) durchaus zumute, dass ich mich über Hintergründiges aber via Zeitungslektüre bzw. Reportagen informiere. Damit fahre ich ganz gut und so war das auch beim Eichplatz: ich las von der Schlagzeile auf Facebook. Hintergründiges verriet mir am nächsten Tag die OTZ in diesem Artikel.

Übrigens hoffe ich sehr, dass die Einigkeit hinsichtlich der Eichplatzbebauung auch die dafür notwendigen, politischen Entscheidungen überdauert und sich am Ende ein Investor findet, der diesen wichtigen, städtebaulichen Akzent mit immerhin einer dreistelligen Millioneninvestitionssumme, in der Lage ist zu realisieren.


David Hirsch

arbeitet bundesweit als Unternehmensberater in den Bereichen
Strategie, Organisation, Personal und Management.
Jahrgang 1973, verheiratet, 3 Kinder, lebt in Jena



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